Verkehrswende für das Neuenheimer Feld

Themengebiet:
Klimawandel

Heidelberg, 01.05.2019 – Ein Bündnis verschiedener Umwelt- und Verkehrs­organisationen hat sich in den letzten Monaten zusammengefunden, um die Verkehrswende im Neuenheimer Feld zu unterstützen. Das „Aktionsbündnis klimafreundliche Mobilität Neuenheimer Feld“ besteht aktuell aus dem ADFC Heidelberg, dem Verein Ökostadt Rhein-Neckar, den Referaten für Verkehr und Ökologie der Verfassten Studierendenschaft der Universität Heidelberg, dem VCD Rhein-Neckar und Greenpeace Mannheim-Heidelberg.

Die Organisationen wollen erreichen, dass im Rahmen des aktuell laufenden Masterplan-Verfahrens dem Umweltverbund Priorität vor einem weiteren Ausbau der Auto-Verkehrsinfrastruktur eingeräumt wird und der umweltschädliche Autoverkehr im Feld rasch durch entsprechende Maßnahmen reduziert wird.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, läuft derzeit eine Online-Unterschriftensammlung mit aktuell bereits über 1.250 Unterzeichnern auf der Campact-Plattform „WeAct“. Parallel dazu wird das Aktionsbündnis mit einer ersten Aktion am Samstag, den 4. Mai, ab 14 Uhr, auf die negativen Auswirkungen des Autoverkehrs im Feld aufmerksam machen. Dazu wird eine Demonstration mit „Gehzeugen“ auf der Trasse der verhinderten Straßenbahn durchgeführt.

Autoverkehr größter Klimakiller in Baden-Württemberg

„Dank Fridays for Future hat der Klimaschutz endlich wieder den Stellenwert in der Diskussion bekommen, den er verdient,“ sagt Martin Bösel von Greenpeace Mannheim-Heidelberg, „allerdings erzeugt zumindest in unserem Bundesland der Verkehr noch mehr Treibhausgase als die Kohlekraftwerke“. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stammten 23,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2016 aus dem Verkehr, während die Energieerzeugung 18,6 Millionen Tonnen verursachte. Auch in Heidelberg sind die Fortschritte im Verkehrssektor bescheiden. „Immer noch 54% der Verkehrsleistung erbringen die Heidelberger mit dem Auto, auch innerhalb der Stadtgrenzen ist das Auto der Verkehrsleistung nach Nummer 1. Dabei sind die Wege fast immer kürzer als fünf Kilometer“, stellt Dr. Felix Berschin vom VCD klar. Selbst eine weitgehende Elektrifizierung würde hier das Problem nicht lösen, da der Strom in Baden-Württemberg noch zu über einem Drittel von fossilen Kraftwerken erzeugt wird.

Neben den Klimaschäden durch den Autoverkehr würde ein weiterer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für dieses Fortbewegungsmittel zu vielen weiteren negativen Effekten führen. Ob Flächenverbrauch, -zerschneidung, Lärm oder Luftbelastung, in all diesen Bereichen schneidet das Auto wesentlich schlechter ab als der Umweltverbund bestehend aus ÖPNV, dem Rad- und Fußverkehr. Gerade in einer dichtbesiedelten und bereits hochbelasteten Region wie Heidelberg und dem Umland sind deshalb weitere Anreize für die Nutzung dieses Verkehrsträgers kontraproduktiv und rückwärtsgewandt. „Für den Verkehrssektor ist ein Bewusstseinswandel in Bezug auf das Mobilitäts­verständnis unabdingbar“ sagt Rahel Amler, Verkehrsreferentin der Studierendenschaft.

Unterschriftensammlung und öffentlichkeitswirksame Aktionen

„Klimaschutz und eine konsequente Verkehrswende spielen im Masterplanverfahren bisher eine untergeordnete Rolle. Das wollen wir ändern“, sagt Katrin Scharpf, Mobilitätsexpertin von Greenpeace Mannheim-Heidelberg. Das Aktionsbündnis will klare Vorgaben zugunsten des Umweltverbundes sowie eine Reduzierung des Autoverkehrs erreichen. „Das würde nicht nur der Umwelt nutzen, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner und Arbeitnehmer erhöhen“, ergänzt Gernot Burkhardt von Ökostadt Rhein-Neckar. „Denn weniger Autos bedeuten mehr Grünflächen, mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer, weniger Lärm und eine bessere Luft für alle.“

Um das zu erreichen, hat das Aktionsbündnis vertreten durch Martin Bösel eine Online-Unterschriftensammlung auf der Plattform „WeAct“ gestartet. „Wir freuen uns sehr, dass bereits über 1.200 Unterzeichner unsere Forderungen teilen“, sagt er. Darüber hinaus soll mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen für eine Verkehrswende im Feld geworben werden. Eine erste Aktion ist am Samstag, den 4. Mai ab 14 Uhr geplant. An der T-Kreuzung Berliner Straße / Im Neuenheimer Feld (Haltestelle Technologiepark) wird das Aktionsbündnis mit Holzgestellen, die so groß wie Autos sind, auf den immensen Platzbedarf dieses meist nur mit einer Person besetzten Verkehrsmittels hinweisen. Diese „Gehzeuge“ werden zur Demonstration durch das Neuenheimer Feld auf der Trasse der bisher verhinderten Straßenbahn geführt.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen ist Katrin Scharpf, Mobilitäts-Ansprechpartnerin bei Greenpeace Mannheim-Heidelberg, unter der Mobilnummer 0176-75047202 zu erreichen.

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