Verkehrsminister Scheuer steuert in die Klimakrise

Aktivisten sammelten in Heidelberg Ideen für klimafreundliche Verkehrskonzepte

Themengebiet:
Energiewende

Heidelberg, 02.06.2019 - Bundesweit in 42 Städten demonstrierten Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace gestern gegen die klimaschädliche Politik von Verkehrs­minister Andreas Scheuer (CSU) und für die dringend nötige Verkehrswende. Auch in Heidelberg fragten die Umweltschützer Passanten nach ihren Wünschen für eine klimafreundliche Verkehrspolitik. Auf Bannern zeigten sie eine Fotomontage von Verkehrsminister Scheuer, der am Steuer eines SUVs „mit Vollgas in die Klimakrise“ rast. Am Mittwoch hatte Scheuer im Klimakabinett der Bundesregierung seine Vorschläge zum Klimaschutz im Verkehr vorgelegt. Diese reichen nach Auffassung von Greenpeace bei weitem nicht, um den mobilitätsbedingten CO2-Ausstoß so rasch wie nötig zu senken. „Anstatt den Verkehr in eine abgasfreie Zukunft zu lenken, steuert Scheuer weiter in die Klimakrise“, kritisiert Martin Bösel, Verkehrsexperte von Greenpeace Mannheim-Heidelberg: “Die Klimaziele im Verkehr lassen sich nicht mit Kosmetik und Scheinlösungen erreichen. Am Ausstieg aus klimaschädlichen Verbrennungsmotoren führt kein Weg vorbei.”

Um den seit 30 Jahren stagnierenden CO2-Ausstoß im Verkehr zu senken, setzt Minister Scheuer auf umstrittene pflanzliche Kraftstoffe, für die landwirtschaftliche Flächen blockiert und Wälder zerstört werden, sowie auf strombasierte Kraftstoffe, die enorme zusätzliche Kapazitäten an erneuerbaren Energien erfordern. Beiden Maßnahmen trauen Experten ein weitaus geringeres CO2-Minderungspotenzial zu als es der Verkehrsminister annimmt. Den öffentlichen Nahverkehr will Scheuer fördern, setzt aber weiterhin auf milliardenteure Subventionen für klimaschädliche Diesel.

Die Mobilität der Zukunft muss sicher, komfortabel und klimafreundlich sein

Für eine klimafreundliche Mobilität konnten Passanten in Heidelberg auf dem Bismarck­platz über Verkehrskonzepte wie „autofreie Innenstädte“, „abgasfreie Autos begünstigen“ oder „keine Neuzulassungen für Diesel und Benziner ab 2025“ abstimmen und eigene Wünsche für eine bessere Verkehrspolitik formulieren. Strafpunkte konnten sie für umstrittene Aussagen von Andreas Scheuer vergeben, wie z. B. „das Wort Verkehrswende mag ich nicht“. Besonders beliebte Maßnahmen sind der Umfrage nach bei den Heidelbergern kostenloser Nahverkehr (30 Prozent der Stimmen) sowie sichere Fuß- und Radwege (25 Prozent). Eine klare Abfuhr gaben die Bürger dem Minister für seine Aussage, ein Tempolimit von 130 km/h sei gegen jeden Menschenverstand (70 Prozent).

Laut der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie des Bundesumweltministeriums spricht sich eine Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) für mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Verkehrspolitik aus. Nur 27 Prozent der Befragten haben den Eindruck, die Verkehrspolitik orientiere sich an den Bedürfnissen der Bürger - dagegen glauben 89 Prozent, dass die Interessen der Wirtschaft ausschlaggebend sind.

Der Verkehr verursacht inzwischen knapp ein Fünftel der gesamtdeutschen Emissionen. Nach Berechnungen von Greenpeace pustet der deutsche Verkehrssektor jede Sekunde fünf Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Schwere Geländewagen für die Stadt, sogenannte SUVs, stehen für das Kernproblem der hohen, klimaschädlichen Emissionen: zu viele, zu schwere Autos verbrennen zu viel Benzin und Diesel.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Martin Bösel, Tel. 0170-7318688. Internet: www.greenpeace.de/kampagnen/verkehrswende.

Pressetexte

Pressebilder