Masterplan für konsequente Verkehrswende nutzen

Aktivisten demonstrierten anlässlich der Prüfung der Verkehrskonzepte für das Neuenheimer Feld für mehr Klimaschutz

Themengebiet:
Klimawandel
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„Bäume statt Autos“, mit dieser Forderung demonstrierte Greenpeace Mannheim-Heidelberg am vergangenen Donnerstag vor der Neuen Universität in Heidelberg. Die Organisation machte auf eine ihrer Ansicht nach falsche Schwerpunktsetzung des Masterplan-Verfahrens zum Neuenheimer Feld aufmerksam. Konkret ging es dabei um die derzeitigen Verkehrskonzepte, die von den vier Planungsbüros erarbeitet wurden. Das Ergebnis der Prüfung dieser Konzepte wurde am Donnerstag vorgestellt.

„Die Uni will keine Zerschneidung des Campus durch eine Straßenbahn, die tägliche Zerschneidung durch eine Luft verpestende Blechlawine stört sie dagegen nicht“, ärgert sich Martin Bösel, Mobilitäts-Ansprechpartner bei Greenpeace Mannheim-Heidelberg, über die Blockadehaltung der Universität und einiger anderer Institutionen im Neuenheimer Feld bei der dringend notwendigen Verkehrswende. Die Organisation bemängelt darüber hinaus die nach wie vor zu starke Förderung des Autoverkehrs durch drei der derzeit vier Planungsbüros, die an einem Masterplan-Entwurf für das Neuenheimer Feld arbeiten. Eine konsequente Reduktion des Parkplatzangebotes und einen Straßenbahn-Ring sieht aktuell lediglich der Entwurf des Büros Höger vor. Das Büro C. F. Moeller hält dagegen an einem „Nordzubringer“ für Busse quer durch die Handschuhsheimer Felder fest. Moeller sieht darüber hinaus genau wie das Büro ASTOC große Park&Ride-Stationen am S-Bahnhof Wieblingen für mehrere tausend PKW vor. „P&R-Stationen an der Peripherie Heidelbergs sind Konzepte, die vor 30 Jahren aktuell waren. Heute weiß man, dass damit lediglich Verkehrsprobleme verlagert werden“, stellt Bösel fest. „Der Autoverkehr insgesamt muss reduziert werden, damit wir die Klimaziele noch erreichen können“.

Verkehrswende und Ende des Verkehrsinfarkts nur mit Ring-Straßenbahn möglich

„Während bei allen Konversionsprojekten die Erschließung der neuen Stadtteile mit der Straßenbahn eine Priorität haben soll, meint die Uni und einige andere Institutionen im Neuenheimer Feld, hier wäre das nicht nötig“, wundert sich Bösel. Dabei wäre die Straßenbahn eine bewährte und kostengünstige Möglichkeit, einen komfortablen und leistungsfähigen ÖPNV im Feld zu etablieren. Voraussetzung hierfür wäre allerdings ein neuer Bebauungsplan, da der bestehende aus den 60er Jahren diese Möglichkeit noch nicht vorsieht. Der Gemeinderat kann mit dem neu aufzustellenden Bebauungsplan diese Hürde aus dem Weg räumen und damit auch den Bau einer Straßenbahnlinie ermöglichen. „Die Uni und die anderen Institutionen berufen sich bei der Ablehnung einer Straßenbahnlinie immer wieder auf den gescheiterten ersten Versuch, verschweigen dabei aber geflissentlich, dass dieser primär an den komplett überholten Vorgaben des noch gültigen Bebauungsplans scheiterte“, macht Bösel klar.

Die Forderung nach einer konsequenten Verkehrswende und einer zentralen Straßenbahn im Neuenheimer Feld teilen mittlerweile knapp 1600 Bürger, die eine entsprechende Petition unterzeichnet haben. Sie fordern darüber hinaus ein Ende der kostenlosen Parkplätze im Feld und eine Anhebung des Kostenniveaus für Parkplätze auf die Kosten des Job-Tickets. „Wenn es Heidelberg mit dem Klimaschutz ernst meint, dann müssen beim Masterplanverfahren dringend Gesichtspunkte wie Klimaschutz und eine Reduktion des Autoverkehrs in den Vordergrund rücken. Sonst hat die Stadt keine Chance, ihre Klimaschutz-Ziele zu erreichen“, schließt Bösel.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Martin Bösel, Tel. 0170-7318688. Internet: https://weact.campact.de/p/verkehrswende-fuers-feld-jetzt

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