Greenpeace-Ehrenamtliche fordern Einsatz für eine bessere Klimapolitik von der CDU Heidelberg

Umweltschützer erinnern mit symbolischem C an christliche Grundwerte der Union

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Klimawandel

Heidelberg, 19.11.2019 – Besseren Klimaschutz und eine Umweltpolitik, die mit den Kernwerten der CDU vereinbar ist, fordern Ehrenamtliche von Greenpeace Mannheim-Heidelberg vom Kreisverband Heidelberg. Vor dem am 21. November in Leipzig startenden Bundesparteitag der CDU überreichten die Umweltschützer anlässlich des Stammtisches der CDU Heidelberg in Kirchheim einen Leitantrag zum Klimaschutz­paket sowie ein 30 Zentimeter großes, rotes C als Verweis auf den christlichen Anspruch im Parteinamen.

„Eine Partei, die das C im Namen trägt, muss sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren“, sagte CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer CDU-Veranstaltung zum Klimaschutz Anfang September. Die Greenpeace-Ehrenamtlichen fragten die beim Stammtisch anwesenden Parteivertreter, welche Werte sie mit diesem Buchstaben verbinden und welchen Stellenwert Klimaschutz ihrer Ansicht nach für die Partei künftig spielen soll.

Klimaschutz auch für Unions-Anhänger wichtiger als Wirtschaftswachstum

Hintergrund der Aktion ist das unzureichende Handeln der Regierung, um der Klimakrise zu begegnen. Das durch Fachminister und Kanzlerin Angela Merkel maßgeblich von der Union geprägte Klimaschutzpaket der Bundesregierung sichert nach Einschätzung von Experten weniger als die Hälfte der bis 2030 zugesagten CO2-Einsparungen. Die Erderhitzung führt zu einem rasanten Artensterben und bedroht die Lebensgrundlage künftiger Generationen. „Die Politik der CDU ist das Gegenteil von nachhaltig“, sagt Katrin Scharpf von Greenpeace Mannheim-Heidelberg. „Während die Mehrheit der Menschen mutige Schritte zum Schutz des Klimas fordert, bleibt die CDU diese schuldig. Ohne eine bessere Klima- und Umweltpolitik verkommt das C im Parteinamen zu einer gefährlichen Leerstelle.“

Auch in Heidelberg beweist die CDU gerade, welche Prioritäten die Partei hat. So hat der Stadtbezirksverband Bahnstadt eine Petition gestartet, um die Sperrung des Langen Angers für den Autoverkehr rückgängig zu machen. Nachdem die Stadt zwei Jahre lang die geplante Sperrung nicht umgesetzt hatte, wurde die Straße kürzlich für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Sperrung führte zu einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrs. “Es ist nicht glaubwürdig, vor Ort die Verkehrswende zu sabotieren, und sich auf Konferenzen mit dem Klimaschutz zu brüsten“, ärgert sich Scharpf über das Verhalten der CDU vor Ort.

Für die Mehrzahl der Deutschen ist Klimaschutz laut Umfragen inzwischen das drängendste Problem. Rund zwei Drittel der Wahlberechtigen gaben in der ARD-Umfrage „Deutschlandtrend“ im September Klimaschutz Vorrang gegenüber Wirtschaftswachstum. Anhänger der Unions-Parteien teilen diese Meinung im gleichen Maße (63 Prozent). „Die Menschen sehen die immer deutlicher werdenden Folgen des Klimawandels und sie wollen, dass die Politik schnell etwas dagegen unternimmt. Auch die CDU kann sich keine schwache Klimapolitik leisten“, so Katrin Scharpf. Mit dem überreichten Leitantrag können Delegierte auf dem Parteitag fordern, das unzureichende Klimaschutzpaket der Bundesregierung zurückzunehmen und ein neues zu schnüren, mit dem sich die Pariser Klimaziele und das 1,5-Grad-Ziel tatsächlich erreichen lassen.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen erreichen Sie Katrin Scharpf, Tel. 0176-75047202

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