FDP Heidelberg erhält den Goldenen Betonklotz

Themengebiet:
Klimawandel

Heidelberg, 23.05.2019 – Greenpeace Mannheim-Heidelberg hat der FDP Heidelberg am 21. Mai anlässlich der Vorstellung ihres Kommunalwahlprogramms den „Goldenen Betonklotz“ überreicht. Die Partei erhielt die Negativ-Auszeichnung für ihr Wahlplakat „Parkplätze wachsen nicht auf Bäumen – wir bauen sie“. Der Preis wurde vom Frak­tionsvorsitzenden der FDP Heidelberg, Karl Breer, entgegengenommen.

Im anschließenden Gespräch zwischen Vertretern der Partei und dem Mobilitäts-Ansprechpartner Martin Bösel von Greenpeace Mannheim-Heidelberg distanzierte sich Herr Breer zwar von dem Slogan, aber nicht von der FDP-Forderung nach dem Bau neuer Parkplätze. Die Partei verwies auf die Möglichkeit, Tiefgaragen zu bauen und diese zu begrünen. Nach Meinung der Umweltorganisation vermindert das zwar einige negative Auswirkungen von innerstädtischen Parkflächen, die gravierenden negativen Folgen des Baus neuer Parkplätze können damit aber nicht komplett vermieden werden. Gänzlich ausgeblendet werden bei diesem Vorschlag die Verkehrsprobleme, die durch mehr Parkplätze und den damit wachsenden Autoverkehr auf den Straßen verursacht werden. Bei oberirdischen Parkplätzen besteht darüber hinaus eine Flächenkonkurrenz zu öffentlicher Nutzung für Stadtbegrünung und Erholung als auch für dringend benötigte Wohn- und Gewerbeflächen.

FDP Heidelberg will weiterhin Autoverkehr fördern

„Die FDP Heidelberg will trotz der gravierenden Nachteile des Autoverkehrs insbesondere in Städten diese Mobilitätsform weiter fördern,“ sagt Martin Bösel von Greenpeace Mannheim-Heidelberg. „Die Partei verschließt die Augen vor den Folgen eines stetig wachsenden Angebots an Parkplätzen und vor den Nachteilen, die sich für Heidelbergs Bürger daraus ergeben.“ Neben bekannten Problemen wie Luftbelastung, Feinstaubemissionen, Lärm und Zerschneidung von Siedlungsflächen ist mit dem aktuellen Wohnungsmangel die Konkurrenz zur Nutzung für Wohnbebauung besonders in den Fokus gerückt. „Dabei darf man nicht nur den einzelnen Parkplatz sehen; bei einer ehrlichen Betrachtung muss man auch die Straßen einrechnen, die notwendig sind, damit Autofahrer dort hinkommen“, stellt Bösel klar. Würden alle heute für den ruhenden Verkehr genutzten Flächen frei werden, hätte Heidelberg die gleiche Fläche zur Verfügung, die aktuell bereits für Wohnen genutzt wird.

Fehlende Parkplätze oder zu viele Autos in der Bahnstadt?

In der Diskussion verwies die FDP auf die Bahnstadt und die dort angeblich fehlenden Parkplätze. „Während die FDP davon redet, es gäbe zu wenig Parkplätze in Heidelbergs Bahnstadt, gibt es tatsächlich zu viele Autos für einen Stadtteil, der Vorbildcharakter beim Klimaschutz haben sollte“, stellt Bösel richtig. Während nach Angaben des VCD Rhein-Neckar im autofreien Freiburger Vauban-Viertel 170 PKW pro 1000 Einwohner gezählt werden, kommen in der Bahnstadt 482 PKW auf 1000 Einwohner. Auch im innerstädtischen Vergleich zeichnet sich dieses angebliche Vorzeigeviertel für den Klimaschutz durch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Autos aus. So ist nach Angaben des VCD in der Altstadt, in Handschuhsheim, Kirchheim, in der Weststadt, der Südstadt oder auf dem Boxberg die Anzahl der Autos wesentlich niedriger. „Ein Ausbau der Parkflächen in der Bahnstadt würde das Problem dort weiter verstärken“, ärgert sich Bösel über falsche politische Anreize, wie sie auch die FDP Heidelberg setzen will.

Achtung Redaktionen: Für Rückfragen ist Martin Bösel, Mobilitäts-Ansprechpartner bei Greenpeace Mannheim-Heidelberg, unter der Mobilnummer 0170-7318688 zu erreichen.

Pressetexte

Pressebilder