Was läuft schief im Dossenwald?

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Am vergangenen Sonntag haben wir ca. 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger durch den Dossenwald bei Mannheim-Friedrichsfeld geführt und über dessen leider sehr schlechten Zustand informiert. Wir haben in dem von uns begangenen Bereich 11 größere Pflanzungen festgestellt, in denen fast ausschließlich Roteichen und Zedern gesetzt wurden. Diese Arten sind hier nicht heimisch; das Bundesamt für Naturschutz hat die Roteiche sogar als invasive Art eingeordnet. Die gewählten Baumarten sind nicht für die klimatischen Standortbedingungen geeignet, daher kann sich ein derart bepflanzter Wald nicht zu einem artenreichen, in sich stabilen Biotop entwickeln.
Hinzu kommt, dass das In den meisten Fällen für die Pflanzungen Flächen geschaffen wurden anstatt die Pflanzung in den Bestand zu integrieren. Dabei wurde das Totholz nicht in der Fläche belassen. Das wäre eigentlich sehr wichtig für die natürliche Entwicklung von Mikroorganismen und Insekten. Nur so könnte ein natürliches Gleichgewicht und ein gesundes Waldklima entstehen.

Es handelt sich um einen Stadtwald, somit haben die Bürger ein Mitspracherecht bezüglich der Waldnutzung. Zudem sind weite Teile des Dossenwalds als Naturschutzgebiet oder Schonwald ausgewiesen. Hier sollte die fortstliche Bewirtschaftung darauf ausgerichtet sein, den Wald besonders zu schützen. Im vorgenommenen Umfang ist der Verkauf des entnommenen Holzes finanziell nicht einmal profitabel, sodass die Kosten höher sind als der Nutzen.
Wir fordern daher, dass die begangenen Fehler nicht wiederholt und keine Steuergelder mehr verschwendet werden. Sinnvoll wäre vielmehr die Entwicklung hin zu einem gesunden Wald, der als Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere und als Naherholungsgebiet für die Mannheimer Bürger dient.

Publikationen

Weiterführende Links

Mannheimer Morgen: "Harsche Kritik von Greenpeace"
Mannheimer Morgen: "Zedern erweisen sich als hitzefest"

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