Ein Buchenherz für den Wald

Media

Mit einem symbolischen Buchenherz hat Greenpeace Mannheim-Heidelberg bei einer öffentlichkeitswirksamen Aktion am Sonntag, den 01. Juni, auf den geplanten Waldumbau hin zu einem Industrieforst aufmerksam gemacht. Die Aktion fand von 14 bis 17 Uhr am „Bonanza-Spielplatz“ im Viernheimer Wald statt. Dort machten Greenpeace-Aktive über den Viernheimer-Lampertheimer Wald und seine Bedrohung durch die Aufforstungspläne des Forstamtes aufmerksam. Viernheimer Bürger hatten die Möglichkeit, mit ihrer Unterschrift auf einem symbolisierten Buchenblatt ihren Wunsch nach einem naturnahen Waldökosystem auszudrücken.

Lebendige Wälder statt maschinengerechtem Kiefern-Stangenforst

„Die vom Forstamt geplante Umwandlung des derzeitigen Laubmischwaldes in einen Kiefer-Douglasie-Roteichenwald ist weder sinnvoll noch notwendig“, stellt Samira Lambertz, Wald-Ansprechpartnerin bei Greenpeace Mannheim-Heidelberg fest. „Die Pläne gefährden nicht nur den ökologischen Wert des Waldes, sondern auch seine Funktion als Naherholungsgebiet für die Viernheimer Bürger“, führt Samira Lambertz weiter aus.

Der Viernheimer-Lampertheimer Wald ist von Natur aus ein Mosaik aus Buchenmisch-wäldern und Kiefern-Eichen-Wäldern auf den trockeneren Stellen. Er ist eines der ältesten Waldgebiete in der Region und zeichnet sich durch eine noch vielfältige und teilweise bedrohte Tierwelt aus. Aufgrund der Bedeutung des Gebiets wurde ein Teil bereits 2007 als Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Schutzgebiet an die Europäische Union gemeldet. Der zwingend vorgeschriebene Managementplan steht trotz verschiedener Zusicherungen des verantwortlichen Regierungspräsidiums in Darmstadt, ihn Anfang dieses Jahres bereits fertiggestellt zu haben, immer noch aus. Damit fehlt nach wie vor die Grundlage für eine Bewirtschaftung des Waldgebiets entsprechend den Zielen der europäischen FFH-Verordnung zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa.

Aufgrund verschiedener Umweltveränderungen in den letzten Jahrzehnten sind weite Waldbereiche nicht mehr intakt. Dem will das zuständige Forstamt mit einer Umwandlung des Waldes in Kiefern-Douglasie-Roteiche-Forste begegnen. Die gleichaltrigen, oftmals in Reihe gepflanzten Forste bieten den Tierarten keine Nahrung und ein gleichförmiges und unattraktives Waldbild für die Waldbesucher. Dabei gibt es ökologisch und für den Naherholungswert verträglichere Alternativen, die bisher aber vom Forstamt ignoriert werden.

Fehlende Unterstützung von Seiten der Kommunalpolitik

Bisher haben nur die Viernheimer Grünen intensive Gespräche mit Greenpeace geführt und dessen Forderungen weitgehend mit ihrer eingebrachten Resolution in der Viernheimer Stadtverordneten-Versammlung umgesetzt. „Obwohl wir allen Parteien Gesprächs-angebote gemacht haben, haben bisher lediglich die Grünen sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Allen anderen Parteien ist offensichtlich der drohende Verlust des wichtigsten Viernheimer Naherholungsgebiets gleichgültig“, wundert sich Samira Lambertz über die fehlende Unterstützung. „Mit der Aktion am Sonntag wollen wir die Viernheimer Bürger wachrütteln und an die Lokalpolitik in Viernheim ein deutliches Signal senden, den drohenden Waldumbau zu verhindern und dem Schutz des Viernheimer Waldes seinen gebührenden Stellenwert einzuräumen“, verdeutlicht sie das Ziel der Aktion.

Tags